Brauhandwerk Hensen – Der Rundumschlag

Heute mal ein anderes Format, da Hensen in Ihrem Shop auch gemischte Pakete anbieten. Da dachte ich mir, warum nicht mal alle auf einmal…

Disclaimer: da ich die beiden Brauer schon kennenlernen durfte, gibt es heute keine Wertung, da ich totally biased bin 😉

Ich habe die Biere auch alle ordnungsgemäß selber gekauft und bekomme kein Geld dafür.

Stattdessen ein schmissiger Einzeiler, der es meiner Meinung nach am besten trifft.

Die Ankunft

So kam das Ganze an. Besonderer Touch: händisch in Zeitung eingepackt. Find ich gut 🙂

Die Kandidaten

Und hier haben wir die Kandidaten. Eines der Pils war dann auch vor lauter Freude ruckzuck weg genascht *unschuldig pfeif*

 

Hensen Pils

Pils, 4,8 %
Trinktemperatur: 10,4°C

Farbe: Ein sehr helles Bier (EBC max 8), dabei leicht trübe. Hat eine sehr schöne Krone, die zu einer schönen Decke wird 😉
Geruch: Ganz klassischer Pils-Geruch, der etwas mehr ins malzige geht – fühle mich an ein Kellerbier erinnert.
Geschmack: Angenehme Kohlensäure, der malzige Eindruck aus der Nase hält sich bis ins angenehm bittere Finish.
Fazit: Ein eher malzbetontes Pils, das aber sehr gut runter geht.

    • Solide und ehrlich.

Hensen Brombeer Sour Ale

Sour Ale, 4,5 %
Trinktemperatur: 11,2°C

Farbe: Im Prinzip Alt-farben (EBC ca. 23), mit einem dezenten Rot-Ton, der die Farbe sehr auffallen lässt (komt leider auf dem Bild nicht so gut raus. Auch hier leicht trübe mit einer schönen Krone.
Geruch: Riecht deutlich säuerlich mit einem dezenten Brombeer-Aroma und evtl. roten Beeren. Angenehm ohne Fehler.
Geschmack: Hier ist deutlich die Brombeere zu schmecken, wodurch es für mich interessanterweise schwerer als andere Sauerbiere wirkt. Vollmundig mit dezenter Kohlensäure und einem dezent bitteren Finish, der ein wenig an die Herbe einer Brombeere erinnert. Nicht so sauer wie erwartet.
Fazit: Mag ich sehr. Die Brombeere ist super eingesetzt, wodurch es für mich absolut raussticht. Absolute Empfehlung. Sour-real möchte man schon fast sagen 😀

    • Brombärenstark!

Brombeer Sour AleHensen Rote Dämmerung

Red Ale, 5,0 %
Trinktemperatur: 10,7°C

Farbe: Ein schöner Brauton, ich meine ein helles Alt (EBC ca. 20) mit einer schönen Krone.
Geruch: Ein sehr angenehmer Geruch nach Malz, Karamell, roten Beeren und einer leichten Fruchtigkeit.
Geschmack: Auf jeden Fall komplex und leicht säuerlich. Endet in einem leicht bitteren Finish bei deutlicher Kohlensäure. Vom Körper her eher schlank und gewinnt mit steigender Temperatur. Interessnt
Fazit: Das ist auf jeden Fall was anderes. Die Nase täuscht lieblich und einfach an, um dann eine komplexe Flanke in die Geschmacksknopsen zu landen. Es wird nicht mein Lieblingsbier, aber es macht Spass, es zu entdecken.

    • Interessant und komplex

Rote DämmerungHensen Alt

Alt, 4,8 %
Trinktemperatur: 10,5°C

Farbe: Liegt eindeutig im Alt-Bereich (imho EBC ca 31), ein braunes klares Bier mit einer schönen Krone.
Geruch: Ein malziger Geruch mit einer leichten Karamell-Note.
Geschmack: Schlank mit deutlich bitterem Finish bei klarer Kohlensäure. Dezent malzig, dabei geradlinig und ohne Schnörkel.
Fazit: Super angenehmes Trinkbier. Alt kann man damit werden 😀                Meiner Meinung nach stiltreu, sehr geradlinig und angenehm herb.

    • Solide und stiltreu.

AltHensen Grünhopfen Wiess

Wiess (Kölsch), 4,8 %
Trinktemperatur: 12,3°C

Farbe: Fahlgelb (EBC ca 5) und trüb in der Farbe mit einer schönen Krone, die allerdings schnell verfällt.
Geruch: Riecht leicht säuerlich und ist irgendwie gar nicht mein Fall
Geschmack: Ein sehr schlankes Bier mit dezenter Kohlensäure und einem leicht bitteren Finish, sonst finde ich da nicht viel.
Fazit: Ich hab den Stil zunächst nicht verstanden, ich dachte aufgrund des säuerlichen, dass es evtl. eine Weisse sein soll. Es ist aber ein Kölsch…ich mag kein Kölsch 😉

Ansonsten für den Kölsch-Liebhaber aber ein sehr balanciertes Bier mit dezenter Kohlensäure, mehr Malz als Hopfen und recht trinkbar. Nur der Grünhopfen will sich mir nicht erschliessen.

    • Balanciert.

Grünhopfen Wiess

Hensen Hopfenschelle IPA

IPA, 6,6 %
Trinktemperatur: 15,2°C

Farbe: Ein Bier im helleren Alt-Bereich (EBC ca 20-25), klar mit schöner Krone. Schön zu erkennen sind auch Orange- und Braun-Töne.
Geruch: Erinnert mich sehr an meine ersten IPAs, leicht fruchtig-zitrussig mit Malznote, wobei die Malzaromen hier leicht überwiegen.
Geschmack: Dezente Kohlensäure, malzbetonter Körper, der in ein solid bitters Finish übergeht. Die Hopfen-Aromen sind meiner Meinung nach ein wenig undefiniert, was aber keinen Abbruch tut, da ich es ein total stimmiges Gesamtbild finde.
Fazit: Meiner Meinung nach ein absolut klassisches IPA. Wneiger Frucht/Zitrus-betont, dafür schön bitter hinten raus. Da hol ich mir doch gerne ne Schelle!

    • Klassisch gut.

Hopfenschelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hensen Schwarze Schelle

Black IPA, 7,5 %
Trinktemperatur: 15,2°C

Farbe: Ein herrlich dunkles Bier zwischen Porter und Stout, gegen das Licht sind schöne Rot-Töne erkennbar. Sehr schöne Krone und klar.
Geruch: Malzbetont mit leichten Zitrus und Röst-Aromen. Total angenehm, ich meine auch Kaffee zu erschnuppern.
Geschmack: Hier finden sich Kaffee- und Röst-Aromen gefolgt von malziger Süße, die in einem prächtig bittere Finish anden. Milder Kohlensäure-„Bite“, dabei ist das Bier einfach konstant „da“ von vorne bis hinten.
Fazit: Wenn du einen Schluck nach dem anderen nimmst, um mehr zu entdecken… Dann weisst du, du hast einen Treffer. Macht absolut Lust auf mehr. Auch die Schelle hol ich mir gerne ab.

    • Dunkel, kräftig und herb.

Schwarze SchelleWelche fand ich jetzt am besten? Meine persönliche Top Drei wäre hier wie folgt:

Die Hensen Top Drei

    1. Brombeer Sour Ale, weil die Brombeere super eingesetzt ist und sich mit der Säure ein sehr gutes Gesamtbild ergibt. Dicht gefolgt von:
    2. Schwarze Schelle: Das Black IPA hat mich total abgeholt. Super Bier, das mich total neugierig gemacht hat. Und der überraschende dritte Platz:
    3. Rote Dämmerung: Auch wenn es nicht mein Lieblingsbier wird, war es total interessant und komplex, weswegen ich ihm hier den dritten Platz gönne. War aber harte Konkurrenz, da die anderen Biere auch sehr gut sind.

Witdorfer Brauerei Neumünster- Kladderadatsch

DDH IPA, 8 %

Trinktemperatur: 13,1°C

Farbe: Trübe mit leicht orangem Einschlag, EBC ca 8-10. Nur eine kleine Schaumkrone, die schnell aufgibt.

Geruch: Ein sehr angenehmer Geruch nach tropischer Frucht, der irgendwie einen vollmundigen Körper verspricht.

Geschmack: Wie erwartet sehr fruchtig und körperbetont. Hat was von Orangen-Saft mit einem Hauch von Bitterkeit im Finish, die 8% sind auch definitv nicht rauszuschmecken.

Fazit: 4 von 5 Punkten. Will it blend? Oh yes! Definitv eines der besseren DDH IPA. Nur deswegen keine 5, weil ich sooo gerne noch einen Hauch mehr Bitterkeit gehabt hätte.

Witdorfer Brauerei Neumünster - Kladderadatsch

Zombräu – Macumba

IPA, 5,2%, 13°P

Trinktemperatur: na

Farbe: Ein etwas dunkleres Bier (EBC ca. 15-20) mit einer feinporigen Schaumkrone. Klar.

Geruch: Sehr malzbetont mit „noble hops“-Aroma und leicht floralen Noten. Keine Fehler, aber nicht wahnsinnig aufregend.

Geschmack: Ein sehr schlanker Körper, dezente Kohlensäure. Auch hier finden sich leicht florale Noten und, wie ich meine, rote Beeren. Ich meine auch dezente Röstaromen zu finden, bin mir aber nicht sicher. Insg. meiner Meinung nach nicht bitter genug für ein klassisches IPA und nicht fruchtig genug für ein „neues“ IPA.

Fazit: 3 von 5 Punkten. Ein super gefälliges IPA ohne Ecken und Kanten. Sehr brav, weswegen es meiner Meinung nach auch ein wenig vor sich hindümpelt in der Frage, ob es ein klassisches IPA sein will oder nicht. Aber total trinkbar mit einer schönen Aufmachung.

Zombräu - Macumba

Sudden Death – Berlin Syndrome

DDH IPA, 6,5 %

Trinktemperatur: 15,4°C

Farbe: Ein sehr helles Bier (EBC ca 5-7 imho) mit einer ausgeprägten Trübung und einer stabilen Krone.

Geruch: Hier finden sich undefinierte Frucht sowie rote Frucht-Aromen mit einem Hauch von Zitrus, wie ich meine. Insgesamt angenehm aber total undefiniert.

Geschmack: Ein vollmundiges Bier (das merkwürdigerweise gleichzeitig schlank wirkt) mit angenehmer Kohlensäure. Auch hier findet sich die undefinierte Frucht wieder, das Ganze endet in einem leicht bitteren Finish. Insgesamt sehr stimmig.

Fazit: 3 von 5 Punkten, kratzt allerdings hart an der 4. Insgesamt ist alles richtig gemacht, ohne Ecken und Kanten, es ist mir bloss ein wenig zu brav. Allerdings großes Plus fürs Syndrome: das ist kein Fruchtsaft, sondern Bier 😉

Sudden Death - Berlin Syndrome

Weiherer – IPA

IPA, 6,7%

Trinktemperatur: 16,7°C

Farbe: Ein klares Bier der etwas dunkleren Sorte (EBC ca. 22-26) mit einer guten Krone.

Geruch: Interessanterweise floral gepaart mit röstig-malzigen Aromen. Irgendeine stechende Note ist drin

Geschmack: Angenehm bitter von vorne bis hinten, das Malz ist hier lustigerweise im Hintergrund. Hat ein bischen was von einem one trick pony.

Fazit: 3 von 5 Punkten. Ein sehr klassisches IPA, das neben vielen Bitternoten noch ein wenig Malz mitbringt. Ein Klassiker neu aufgelegt meiner Meinung nach.

Weiherer - IPA

Craft Bierspezialitäten – Hop Rider

IPA, 7,8%
Stammwürze: 16,8°P
Trinktemperatur: 13,7°C

Achtung: hinter Craft Bierspezialitäten verbirgt sich Eichbaum, nur dass wir hier mal klarstellen, um welche Brauerei es sich handelt.

Farbe: klar, Orange- und Rot-Töne, EBC ca. 11, stabiler Schaum

Geruch: Malz, wenig Frucht

Geschmack: Malz, sehr alkoholisch im Abgang. Man findet kaum Hopfennoten, wenn dann nur Bitterkeit.

Fazit: 2 von 5 Punkten – Sorry, Eichbaum. Aber das geht besser.
==> Tatsächlich war ich nach dem ersten soweit, eine 1 zu vergeben…
Aus Fairness habe ich dann aber nochmal eines geholt. Es ist mir allerdings viel zu malzig und unausgewogen für ein IPA.Hop Rider - IPA

Uwe – IPA

IPA, unter 0,5%
Trinktemperatur: 17,7°C

Farbe: Ein trübes, ungefiltertes Bier mit EBC ca 21-24, bildet stabilen Schaum.

Geruch: Sehr viel Malz- und Honig-Noten, riecht insgesamt sehr süss.

Geschmack: Sehr vollmundig mit überraschend wenig Malz. Es finden sich feine Hopfennoten, wobei die für ein IPA eher schwach ausgeprägt sind (nehmen allerdings mit der Temperatur an Intensität zu). Hat eine deutliche Karbonisierung.

Fazit: 3 von 5 Punkten. Es ist definitiv nett, bleibt aber relativ farblos. Dafür dann auch nicht ganz billig. Aber hey, das erste alkoholfreie Bier hier 🙂 ! Gäbe es allerdings eine Extra-Kategorie „alkoholfrei“, wäre es schon eher ne 4, weil für ein alkoholfreies definitiv gut.

Pöhjalla – Virmalised

IPA, 6,5%
Trinktemperatur: ca. 15,7°C

Farbe: Ein klares Bier mit EBC ca 17. Es bildet sich ein mittelstabiler, grobporiger Schaum.

Geruch: Definitiv Hopfen- und Bitter-Noten, die ich nicht ganz klar zuzuordnen kann, es findet sich wenig Frucht oder Zitrus.

Geschmack: schwer, vollmundig, bitter. Hier gibts nicht mehr zu sagen.

Fazit: 3 von 5 Punkten. Es ist solide, aber auch nicht herausragend. Wobei es definitiv aber eines der vollmundigeren IPA ist, die ich bisher hatte. Die versprochenen Zitrus und Grapefruit-Aromen kann ich eher nicht nachvollziehen.

Heidelberger Brauerei – Heidelberger Brückenaff

IPA, 5,5%
Trinktemperatur: 20°C

Farbe: Ein trübes Bier mit EBC ca. 23-26. Der Schaum ist grobporig und schnell weg.

Geruch: Man riecht sehr viel Zitrus und Mandarine und ein wenig Malz.

Geschmack: Sehr malzig mit Mandarinen-Aromen sowie ein wenig Bittere im Abgang.

Fazit: 3 von 5 Punkten. Es ist insgesamt ordentlich, aber irgendwas stört mich, wobei ich nicht den Finger drauf legen könnte.

Das aktuelle Bierstudio – Ep. 2

Heute geht es um das IPA Beardo von Robinsons Brewery aus Stockport. Habe ich geschenkt bekommen. Vielen Dank dafür, Julian. 🙂

Sorry für den kruden Schnitt in der Mitte…you’ll know it when you hear it.

Aber wichtiger eigentlich als meine fehlende Audio-Ausbildung: was hat Portmanteau mit Bier zu tun??

Die nächste Folge kommt dann am 18.02.18.

Enjoy responsibly.