Das aktuelle Bierstudio – Ep. 30 “Brautagebuch”

Hallo alle zusammen,

ich habe mich endlich getraut und mein erstes all-grain Bier gebraut.

Was ich gelernt habe und vielleicht auch das nächste Mal besser machen will, erzähle ich euch heute.

Was ich gebraut habe, war ein “Böhmisch Dunkel

Kessel, Fermenter und Würzekühler:

Klarstein Mundschenk Braukessel (30l)
Klarstein  Maischfest Fermenter (30l)
Brewferm Chill’in 20

Die verwendeten Malze:

Tennenmalz
CaraBohemian
CaraMünch
CaraHell
Rauchmalz
Carafa 2

Die Hopfen:

Brewer’s Gold
Saaz
Die Hefe:

Gozdawa CP 18

Hier ein sehr guter Überblick zu den versch. Rasten und Maisch-Verfahren:

Maischen (besser-bier-brauen.de)
Das Maischen (kraftbier0711.de)

Und wohin mit dem ganzen Treber??

Besserbrauer Terberrezepte

SG und Grad Plato?
Versch. weitere Rechentools (mashcamp)

Dann bis zum nächsten Mal.

Enjoy responsibly.

Euer Dr. Durstig

Scholar

Science Sunday – Spass mit Hefe und Gel

Ich bin ja immer wieder fasziniert, was man mit weißer Gentechnik machen kann. Hierbei werden Mikro-Organismen wie Hefe oder Bakterien genetisch so verändert, so dass sie zum Beispiel einen bestimmten Stoff im Übermass produzieren.

Das können zum Beispiel pharmakologische Wirkstoffe sein, Vitamine oder auch Rohstoffe für veganes Leder:

PROTEIN ENGINEERING YIELDS ANIMAL-FREE LEATHER

Dieses Leder nennt sich Zoa und die Firma dahinter ist Modern Meadow, die eigentlich mit ihrem 240 k $ Burger bekannt geworden sind:

Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3

Ist auf jeden Fall sehr spannend, da der Trick hier eigentlich nicht ist nur den Rohstoff (die Proteine im Fall von Leder und Muskelzellen im Falle des Burgers) zu haben, sondern den dann naturgetreu zu verarbeiten. Also im Prinzip die Hautstruktur oder das Muskelgewebe nachzubilden. Leider gibt es zu dem eigentlichen Herstellungsprozess keine Veröffentlichungen, soweit ich das gerade sehe (vermutlich proprietär), aber von Mark J Post gibt es einige Veröffentlichungen zu dem Thema (1, 2).

Ein anderer großer Themenkomplex ist ja das Streamlining des Fermentationsprozesses. Denn z.T. können die Produkte für den veränderten Mikroorganismus schädlich sein, bei der alkoholischen Gärung ist das ja auch der Fall. Auch hier produziert die Hefe nur so viel sie selber auch ertragen kann. Und je nach dem möchte ich ja auch verhindern, dass der Mikroorganismus wächst, wenn z.B der Stoff, den ich haben will, nur durch Gärung produziert wird.

Dieses Paper (leider hinter Paywall) beschreibt einen ganz interessanten Trick, wie man beide Probleme umgehen kann. Und zwar wird in diesem Fall Hefe in einem Hydrogel eingebettet. Das Hydrogel selber wird dann mit einem 3D-Drucker in eine Form gebracht, die ermöglich, das die entstehenden Stoffwechselprodukte recht schnell abgeführt werden. Die Einbettung im Hydrogel selber verhindert das Umschalten ins Wachstum, da die Hefe wirklich eingebettet ist, was ihr Wachstum verhindert. Eine Übersicht über die Methode findet sich hier.